Alfried Krupp-Förderpreis 2017 für Physiker Alexander Szameit aus Rostock

Professor Alexander Szameit (Foto: Universität Rostock/Julia Tetzke)

Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert. Szameit lehrt seit einem Jahr an der Universität Rostock als Professor für Experimentelle Festkörperoptik.

„Solch eine Auszeichnung ist eine Ehre für die ganze Universität Rostock“, unterstreicht Rektor Professor Wolfgang Schareck. Alexander Szameit sei ein begeisternder Wissenschaftler, der seinen Forschungsschwerpunkt auch allgemeinverständlich darstellen könne. Zudem sei der Physiker ein Teamplayer, der sich in kurzer Zeit bestens ins Team eingelebt habe, würdigt der Rektor. Den Auswahlgremien der Stiftung lagen 42 Kandidatenvorschläge von Universitäten und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland vor. Der Preis geht an exzellente junge Wissenschaftler, die in ihrem Feld zu den innovativsten und klügsten Köpfen gehören.

„Das Geld wird reichen, um vier Doktoranden für fünf Jahre zu beschäftigen“, sagt Szameit. Die Preisträger können die Fördermittel unbürokratisch dafür einsetzen, sich unabhängig von öffentlichen Geldern ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen: Sie können beispielsweise Labor- und Arbeitsplätze einrichten und verbessern, Symposien oder Fachkongresse besuchen sowie Wissenschaftliche Mitarbeiter und spezielle Forschungsgruppen finanzieren.

Für ihn sei es eine große Ehre, diese Auszeichnung zu empfangen, sagt der 38-jährige Professor. „Das ist aber gleichzeitig auch Ansporn, noch besser zu werden.  Mit dem Alfried Krupp-Förderpreis, so Alexander Szameit in seinen Dankesworten, erhalte er die Möglichkeit, sich über seine bisherigen Forschungsgebiete hinaus neue Themen zu erschließen. Als junger Forscher träume man davon, viele spannende Fragestellungen zu bearbeiten, habe aber allzu häufig mit finanziellen und personellen Engpässen zu kämpfen. „Jetzt öffnen sich einige Türen für mich, die bisher verschlossen schienen. Darauf freue ich mich – auf ein Stück freies Forscherleben!“

Der Schwerpunkt der Forschung von Alexander Szameit ist die Ausbreitung von Licht in künstlichen, strukturierten Medien. Er geht dabei weit über die Grenzen der „klassischen“ Optik hinaus und lässt sich bei der Erarbeitung seiner Forschungsideen von beinahe allen Teilgebieten der Physik inspirieren. Dazu gehören unter anderem die Physik der festen Körper, die Teilchenphysik, die Quantenmechanik, die Atomphysik und sogar die Kosmologie. Die Grundlage seiner Arbeit ist dabei eine neuartige experimentelle Plattform, die er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Blüte entwickelt haben: die „photonischen Wellenleitergitter“. Diese erlauben im Labormaßstab die experimentelle Simulation verschiedener physikalischer Prozesse mittels optischer Methoden, insbesondere auch solcher Prozesse, die labortechnisch mit keiner anderen experimentellen Methode untersucht werden können.

Namhafte Fachkollegen zählen die Arbeiten von Alexander Szameit „zum Feinsten, was kürzlich in der modernen Optik erarbeitet wurde“. Sein tiefgehendes Verständnis theoretischer Grundlagen und sein beeindruckendes experimentelles Geschick erlaubten ihm nicht nur, praxis-orientierte Entwicklungen voranzutreiben, sondern auch sehr grundlegende Fragen der Physik aufzugreifen und experimentell zu überprüfen. Dies hat er beispielsweise 2013 mit einer aufsehen-erregenden Arbeit demonstriert, in der er mit seinem Team erstmals den experimentellen Nachweis für theoretische Erkenntnisse der beiden Physik-Nobelpreisträger von 2016, Duncan Haldane und David Thouless, erbrachte.

„Der Preisträger“, so die Kuratoriumsvorsitzende Ursula Gather, „beherrscht die Konzeption physikalischer Experimente so virtuos, dass es ihm gelungen ist, grundlegende Fragen der Physik auf gänzlich neue Art zu behandeln. Er bringt das Licht dazu, wie er selbst sagt, „Dinge zu tun, die es freiwillig nie tun würde.“

In seiner Laudatio würdigte Professor Immanuel Bloch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching die Forschungsleistungen des Preisträgers: „Alexander Szameit ist einer der Wegbereiter des neuen, innovativen Forschungsgebiets der topologischen Photonik und der integrierten Quantenoptik. In seinen Arbeiten kann er Lichtleiter gezielt in Festkörperstrukturen schreiben und so das Licht nahezu magisch geschützt um Hindernisse leiten. Damit eröffnen sich völlig neue Wege für grundlegende Experimente in der Quantenoptik, aber auch für technologische Anwendungen im wichtigen Bereich der Photonik.“

Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer
Der Alfried Krupp-Förderpreis wird seit 1986 jährlich für Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben, die in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften eine Erstprofessur an einer deutschen Hochschule innehaben. Er gehört zu den am höchsten dotierten Preisen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und wurde bisher an 37 herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben.
Die mit 1 Mio. Euro dotierte Auszeichnung soll die Preisträger während eines Zeitraums von fünf Jahren in die Lage versetzen, sich unabhängig von öffentlichen Geldern ein verbessertes Arbeitsumfeld zu schaffen und ihre Arbeit in Forschung und Lehre voranzutreiben.

Foto: Professor Alexander Szameit (Foto: Universität Rostock/Julia Tetzke)

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